Ob regionale Gerichte auf den Speisekarten, Handwerkermärkte oder Brotbacken nach historischem Vorbild: Beim Tag der Regionen ist die Bandbreite der Aktionen groß. Sie alle haben das gemeinsame Ziel, regionale Stärken zu zeigen und zu feiern. Auch in Westmittelfranken beteiligen sich zahlreiche Akteurinnen und Akteure.
Den Tag der Regionen gibt es seit 25 Jahren. Heute ist er viel mehr als nur ein einzelner Aktionstag. Während sich das Projekt früher auf den Erntedanksonntag konzentrierte, ist es seit 2020 auf den ganzen September und Oktober ausgeweitet. In diesem Zeitraum finden deutschlandweit zahlreiche Aktionen statt. Rund 1000 werden bis Ende Oktober zusammenkommen, sagt Melanie Oertel, die den Tag der Regionen koordiniert.
Bundesweit finden Aktionen in mehr als 70 Prozent aller Landkreise statt. Die bayernweite Auftaktveranstaltung ist am 17. September in Leinburg.
Der Tag der Regionen macht Werbung für die Stärken der Regionen und feiert sie. „Es handelt sich um die einzige Plattform bundesweit, die sich für regionale Wirtschaftskreisläufe einsetzt“, informiert Melanie Oertel.
Das Veranstaltungsspektrum ist groß: Es reicht von Hofführungen über Regionalmärkte, von regionalen Gerichten auf den Speisekarten bis hin zu themenbezogenen Radtouren oder Spaziergängen. Auch größer angelegte Veranstaltungen und Feste sind im Aktionszeitraum gemeldet. Dazu gehören etwa der Markt der Genüsse im Freilandmuseum in Bad Windsheim, der Almabtrieb in Gailroth (Gemeinde Schnelldorf), der Streuobsttag in Burgbernheim, der Herbstmarkt in Weiltingen und die Aktionstage Innenorte im Landkreis Ansbach.
Der Bundesverband der Regionalbewegung koordiniert den Tag der Regionen, richtet selbst aber keine Veranstaltung aus. Er stellt die Veranstaltungsplattform zur Verfügung, kümmert sich um Informationsfluss, Öffentlichkeitsarbeit und Präsenz in den sozialen Medien.
Zum 25. Jubiläum wurde das Motto vom ersten Tag der Regionen im Jahr 1999 erneut aufgegriffen. Es lautet: „...wurzeln in einer globalisierten Welt“. Dahinter steckt der Kerngedanke, die eigenen Wurzeln zu stärken, erklärt Oertel und fügt hinzu: „Wir sind keine Globalisierungsgegner. Es geht darum, sich in einer globalisierten Welt zurecht zu finden.“
Der Tag der Regionen selbst hat seine Wurzeln im Landkreis Ansbach. Besonders eine Person hat maßgeblich dazu beigetragen, das Projekt auf den Weg zu bringen: der Feuchtwanger Gastronom Heiner Sindel. Der von ihm gegründete Verein „Artenreiches Land – Lebenswerte Stadt“ und die Initiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal“ im ostwestfälischen Borgentreich haben den Tag der Regionen 1999 ins Leben gerufen. Aus dem Aktionsbündnis Tag der Regionen wurde 2005 der Bundesverband der Regionalbewegung (siehe Infokasten) gegründet, dessen Vorsitzender Heiner Sindel ist.
Für den Tag der Regionen werden bis in den Oktober hinein Anmeldungen entgegen genommen. Dazu stellt der Bundesverband der Regionalbewegung ein Onlineformular zur Verfügung. Eine Karte, in der sämtliche Aktionen verzeichnet sind, ist unter www.tag-der-regionen.de zu finden.
Inmitten der knapp 13.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Stadt Feuchtwangen im Landkreis Ansbach hat ein bundesweit agierender Verband seine Hauptgeschäftsstelle: der Bundesverband der Regionalbewegung. Gegründet wurde er im Jahr 2005 aus dem Aktionsbündnis Tag der Regionen heraus. Bundesweit hat er 350 Mitgliedsorganisationen, informiert Pressesprecherin Sabine Schürlein.
In der Hauptgeschäftsstelle in Feuchtwangen sind zehn Personen beschäftigt, in der Zweigstelle im ostwestfälischen Borgentreich fünf. Vorsitzender und Sprecher ist der Feuchtwanger Heiner Sindel. Der Bundesverband versteht sich als Kompetenznetzwerk für Regionalität und Interessenvertretung für Regionalinitiativen. Er bringt Produzierende, Konsumenten und gesellschaftliche Akteure zusammen. Schwerpunkte sind die Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Projekten. So hat der Bundesverband die Datenbank RegioPortal und die RegioApp entwickelt.