Seit Wochen ist der Zugbetrieb auf der Aischgrundbahn zwischen Neustadt/Aisch und Steinach eingestellt. Nun kommt heraus: Es dauert noch länger, als bislang bekannt gegeben. Nach FLZ-Informationen ist die von der Deutschen Bahn (DB) angegebene Betriebsaufnahme Ende Oktober nicht zu halten. Das bestätigt der Konzern auf Nachfrage.
Von einem Stillstand bis 30. Oktober war zuletzt auf der Website der DB die Rede – schon das eine Nervenprobe für Fahrgäste, die auf den Zug durch den Aischgrund angewiesen sind. Immerhin herrschen bereits seit Ende Juli problematische Zustände auf der Linie. Erst legte ein entgleister Zug für rund eine Woche den Betrieb komplett lahm. Dann fielen seit Mitte August erneut alle Verbindungen auf der Strecke aus. Als Grund gab die Bahn Hitzeschäden an den Gleisen an.
Nach wochenlangem Stillstand erfolgte dann bis zum Schulstart die Reparatur – nur um den Betrieb nach wenigen Tagen wieder komplett einzustellen. Seitdem sind Reisende erneut auf Ersatzbusse angewiesen.
Binnen dieser sechs Wochen sollten nun eigentlich die Arbeiten auf der Strecke erfolgen. Dafür sind schwere Maschinen und Bautrupps erforderlich. Die Infrastruktur-Tochter InfraGo arbeite „mit hoher Priorität daran, die notwendigen Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen”, betont eine Bahnsprecherin.
Doch gereicht hat das Zeitfenster nicht. Auf FLZ-Nachfrage erklärt die Sprecherin: „Wir planen aktuell, die Reparaturarbeiten zwischen Neustadt/Aisch und Steinach Mitte November durchzuführen.”
Das würde mindestens zwei weitere Wochen der Ungewissheit für Fahrgäste bedeuten – vorausgesetzt, der Zeitplan ist diesmal zu halten. Denn, so berichtet es die Sprecherin: Die Bahn warte derzeit auf spezielle Stopfmaschinen, um die Gleislagefehler zu beseitigen. „Diese Kapazitäten sind insbesondere in den Herbstmonaten bundesweit stark nachgefragt und weitgehend ausgelastet”, heißt es. Offensichtlich konnte die DB bis Ende Oktober keine dieser Maschinen auftreiben. Oder zugesagte Kapazitäten waren plötzlich doch nicht mehr verfügbar. Ersatzmöglichkeiten scheinen über Wochen nicht vorhanden zu sein.
Für Bad Windsheims Bürgermeister Philipp Flierl ist die derzeitige Situation ein Ärgernis. Schon die Organisation des Ersatzverkehrs sei anfangs nicht rund gelaufen, sagt er. Die Stadt liegt in der Mitte der Bahnstrecke und die Züge der RB81 sind der wichtigste ÖPNV-Baustein für zahlreiche Einwohnende. Zumal im kommenden Jahr die Landesgartenschau in der Stadt ansteht. Ein instabiler Bahnbetrieb würde massive Probleme bedeuten.
Gegenüber der FLZ gibt sich Flierl hierzu aber noch „tiefenentspannt”. Bis April sei noch viel Zeit, erklärt er. Allerdings strebe die Stadt zeitnah einen engen Austausch mit der Deutschen Bahn an, um über die Gartenschau zu sprechen. Dort habe man vernommen, „dass wir in der Priorität den höchsten Druck haben”, sagt Flierl.
Druck dürfte auch Rothenburg spüren. Hier startet im November der weltbekannte Reiterlesmarkt. Doch auch auf der Stichstrecke von Steinach nach Rothenburg knirscht es wegen hitzebedingter Gleisschäden. Hier rollt der Verkehr zwar noch, allerdings nur unter erheblichen Einschränkungen. Die Züge der RB82 fahren mit verminderter Geschwindigkeit, Anschlüsse in Steinach werden nicht zuverlässig erreicht. Und immer wieder fallen Verbindungen ganz aus.
Zur Behebung der Schäden „kann aktuell noch kein Termin genannt werden”, erklärt eine Bahnsprecherin.