Mit Bastian Treuheit geht die Rechtsaußenpartei AfD im Wahlkreis 242 Fürth ins Rennen. Das war zunächst so nicht geplant, doch der 27-jährige Zirndorfer übernahm die Funktion als Direktkandidat, nachdem der zunächst bereits nominierte Thomas Klaukien seinen Verzicht erklärt hatte.
Als Grund für die Personalrochade nennen beide die schlechte Ausgangslage der mittelfränkischen AfD-Kandidaten auf der Landesliste. Da ist Treuheit auf Platz 18 noch der am höchsten platzierte Mittelfranke und sollte dann in der Region auch das Gesicht der Partei im Wahlkampf sein, lautet die Argumentation.
Eine realistische Chance aufs Direktmandat rechnet sich Treuheit, wie er einräumt, nicht aus. Dass er aber über die Liste einziehen könnte, sei durchaus in Aussicht: „Wenn wir mindestens 20 Prozent holen, sollte es funktionieren“, mutmaßt er.
Für diesen Fall hat er sich zwei Themenfelder ausgeguckt, denen er sich besonders widmen will: Kommunalangelegenheiten und Sport. Denn: „Ich bin nicht einer, der sich in den Vordergrund drängt und gleich in den Innenausschuss will; da will, glaube ich, jeder rein von der AfD.“ Treuheit, der seit 2020 Stadtrat in Zirndorf und auch Kreisrat im Fürther Kreistag ist, sieht vor allem die finanzielle Grundausstattung der Kommunen in Gefahr, verteidigt aber zugleich die von seiner Partei propagierte Abschaffung der Grundsteuer.
Im Sektor Sport plädiert er für eine verstärkte Sportstättenförderung des Bundes. Auf die Frage nach der Finanzierung sagte Treuheit. „Wir haben genug Geld da, es wird nur falsch verteilt.“ Er ergänzt: „Ich denke, dass, Deutschland first‘ in nächster Zeit angebracht ist.“
Auch andere Klischees, die gegenüber der AfD gepflegt werden, bestätigt Treuheit. Die Ausgaben für den Klimaschutz hält er für zu hoch, die Windräder seien von vielen nicht erwünscht, für billiges Gas solle man die Beziehung zu Russland pflegen.
Den Vorhalt, seine Partei sei in Teilen rechtsextrem, widerspricht er: Die AfD sei „rechtskonservativ“. Die Partei werde „von den Medien“, wie er sagt, „dämonisiert“. Wo er selbst zu verorten ist, beantwortet er mit: „Ich stehe auf dem Programm der AfD, ich stehe auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“ Und: „Alles für Deutschland“ – einst eine SA-Parole – sei ein von den Nazis missbrauchter „Allerweltsspruch“, er selbst gebe etwa „alles für Zirndorf“.
Dort wohnt Treuheit mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kind. Nach zwei abgeschlossenen Ausbildungen, erst als Maschinen- und Anlagenführer, dann als Groß- und Außenhandelskaufmann, arbeitet er in einem Fürther Großhandel. Im AfD-Kreisvorstand ist er stellvertretender Schatzmeister, im Zirndorfer Ortsverband Vorsitzender.