Am Pfingstsonntag war der Höhepunkt des Festjahres der Kirche St. Roswinda in Schornweisach gekommen – schließlich ist dieses Gotteshaus älter als die USA und wurde just 275 Jahre alt. Deshalb gab es einen Festgottesdienst in der Kirche um 10 Uhr und anschließend Mittagessen mit einem ausführlichen Restprogramm.
Unter Glockengeläut ging es los. Regionalbischöfin Gisela Bornowski trat in die Kirche ein, begleitet von zwei Gottesdienstkindern. Nebenbei spielte der Bezirksposaunenchor unter der Leitung von Markus Wehr. Also alles so, wie es vor 275 Jahren wahrscheinlich auch schon war. Jedoch nicht ganz: Nur knapp vier Minuten entfernt feierten Kinder im Garten von Familie Graf unter der Leitung von Prädikantin Sandra Besold, Musiker Erich Lottes und Zauberer MädSchick einen großen Kindergottesdienst auf der Wiese. Ob es damals schon Zauberer in dieser Form gab?
Die Großen in der Kirche lobten währenddessen Gott, begleitet vom Gospelchor, von der Chorgemeinschaft und von Orgel-Musik, allesamt unter der Leitung von Katharina Rain. Dabei ist ein Gospelchor auch eher eine neue Erfindung, schließlich kommt dieser aus den USA. Neu und Alt gehen Hand in Hand.
So auch in der Predigt von Regionalbischöfin Gisela Bornowski. Diese war gespickt mit interessanten und lustigen Episoden aus der Kirchenbauzeit – angelehnt an Bibeltexte, die schon 1748 gepredigt worden waren. Dass damals der Pfarrer alle Gäste auf eigene Kosten verköstigte, zauberte den Besuchern ein Lächeln auf die Lippen
Daneben besuchten auch einige Politiker die Veranstaltung – schließlich wird eine Kirche nur einmal 275 Jahre alt. Dafür kam der Bundestagsabgeordnete Stefan Müller, ebenso wie die Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt und Hans Herold. Alle drei beglückwünschten die Christen für ihr Gotteshaus und lobten das gesellschaftliche Engagement. Denn eine Kirche begleitet die Christen von Taufe und Konfirmation über Hochzeit bis zur Beerdigung durch das ganze Leben.
Die stellvertretenden Landräte aus Erlangen-Höchstadt Dr. Martin Oberle und aus dem hiesigen Landkreis Reinhard Streng verteilten Glückwünsche, aber auch nachdenkliche Beiträge, wie Christen weiter in der Gesellschaft ihrer Verantwortung gerecht werden können.
Bürgermeister Helmut Lottes überbrachte die Grüße nicht nur für Vestenbergsgreuth und Hermersdorf, sondern auch für die politische Gemeinde Uehlfeld, gemeinsam mit Bürgermeister Detlef Genz, in alter Sprachform. Er erwähnte dabei, dass es schon lange die Kirchengemeinde Schornweisach–Vestenbergsgreuth gibt, und es wohl in beiden Orten auch Dickköpfe gäbe.
Martin Wedel, Vorsitzender der Hans-Wedel-Stiftung, verstand es, präzise auf die Kirchengemeinde und ihr Gotteshaus zu schauen. 60 Jahre Christuskirche Vestenbergsgreuth und 275 Jahre Kirche St. Roswinda – eine lebendige Gemeinde wird sichtbar an den Gruppen, Kreisen und den Menschen, die Verantwortung wahrnehmen und gemeinsam Gott ehren. Der ehemalige Vikar (von 1983 bis 1985) und heutige Dekan im Ruhestand Erwin Lechner erwähnte seine herzliche Aufnahme ins Dorf. In der Pfarrer-Ausbildung habe er gelernt, dass es Schnaps zum Speckschneiden braucht. Christlicher Glaube verbinde sich immer auch mit dem täglichen Zusammenleben.
Das spiegelte sich auch an diesem Festtag wider. Nicht nur Gläubige, sondern ein Großteil der Gemeinde kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern, darunter waren auch viele Vereine aus Schornweisach und eine Abordnung aus Vestenbergsgreuth. Sie alle waren im Gottesdienst – so dass die Kirche komplett voll war. Anschließend sorgten die Vereine für das Festessen. Das Kindergottesdienstteam sorgte für die Kleinen.
Zudem gab es jede halbe Stunde ab 13 Uhr bis zum Schlusssegen um 15 Uhr Programmpunkte, wie Kirchenführung, Orgelkonzert und Einlagen des Zauberers MädSchick. Unter blauem Sonnenhimmel feierte die ganze Kirchengemeinde mit allen Gästen. Und es war die gesamte Dorfgemeinschaft, die alles wieder gemeinsam aufräumte. „Das war ein sichtbarer Segen im Jubeljahr von St. Roswinda“, erklärte Gemeindepfarrerin Tabea Richter.