Adelshofen: Etappenweise in die Glasfaser-Zukunft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.09.2024 07:00

Adelshofen: Etappenweise in die Glasfaser-Zukunft

Haardt gehört zu den Gemeindeteilen, deren Haushalte im Rahmen eines vom Freistaat geförderten Projektes Glasfaseranschlüsse bekommen. Das Bild zeigt Bürgermeister Johannes Schneider (Zweiter von rechts) mit Breitbandberater Michael Langer (links) sowie Sonja Korn und Markus Sand von der Telekom an der dortigen Schaltstation, von der aus die Kabel zu den Häusern verlegt werden. (Foto: Jürgen Binder)
Haardt gehört zu den Gemeindeteilen, deren Haushalte im Rahmen eines vom Freistaat geförderten Projektes Glasfaseranschlüsse bekommen. Das Bild zeigt Bürgermeister Johannes Schneider (Zweiter von rechts) mit Breitbandberater Michael Langer (links) sowie Sonja Korn und Markus Sand von der Telekom an der dortigen Schaltstation, von der aus die Kabel zu den Häusern verlegt werden. (Foto: Jürgen Binder)
Haardt gehört zu den Gemeindeteilen, deren Haushalte im Rahmen eines vom Freistaat geförderten Projektes Glasfaseranschlüsse bekommen. Das Bild zeigt Bürgermeister Johannes Schneider (Zweiter von rechts) mit Breitbandberater Michael Langer (links) sowie Sonja Korn und Markus Sand von der Telekom an der dortigen Schaltstation, von der aus die Kabel zu den Häusern verlegt werden. (Foto: Jürgen Binder)

Das Ziel ist Höchstgeschwindigkeits-Internet für alle, die es wollen, auch im ländlichen Raum. Den Weg dorthin muss jede Kommune aber selbst organisieren. Das ist angesichts verschiedener Fördertöpfe kompliziert und oft auch nicht nachvollziehbar, weil manche Orte länger warten müssen. Für Adelshofen steht der Breitband-Fahrplan jetzt im Wesentlichen.

So kam es im Rathaus zur Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Netzanbieter GlasfaserPlus, der sich dazu verpflichtet, die Leitungsinfrastruktur zu erstellen, die es künftig insgesamt 350 Haushalten im Gemeindegebiet ermöglichen soll, Internet mit einem Tempo von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu nutzen. Dazu werden Glasfaserkabel bis in die Wohnungen gelegt. Sie ersetzen die Kupferleitungen, die bisher in den Dörfern noch der Standard sind.

Der Gemeinderat hatte Bürgermeister Johannes Schneider beauftragt, den Kontrakt zu unterschreiben, was er in Anwesenheit des Breitbandberaters der Kommune, Michael Langer, sowie der regionalen Telekom-Vertreter Sonja Korn und Markus Sand, tat.

Eigenanteil wohl bei 170.000 Euro

Für das Glasfaser-Projekt Adelshofen sei mit einem Finanzierungsbedarf von 1,7 Millionen Euro zu rechnen, meinte Sonja Korn. Die Gemeinde muss davon zehn Prozent aus Eigenmitteln zahlen. Das wären rund 170.000 Euro. Der Rest wird aus dem aktuellem Breitband-Förderprogramm des Freistaats gedeckt.

Das Unternehmen GlasfaserPlus hat theoretisch bis Ende August 2028 Zeit, die maximal 350 Anschlüsse herzustellen. So lange werde es aber nicht dauern, meinte Markus Sand. Für 2025 sei die Erstellung der Detailplanung beabsichtigt. Die bauliche Umsetzung werde dann, wenn es normal laufe, im Wesentlichen 2026 erfolgen können.

Haushalte müssen ihr Okay geben

Michael Langer betonte, dass im Rahmen dieses Projekts nur in jene Haushalte Glasfaser gelegt werde, die dafür auch grünes Licht gäben. In diesem Fall fielen für die Familien für die Erstellung der Leitungsinfrastruktur auch keine Kosten an. Wer sich im Zuge dieses Vorhabens zunächst dagegen entscheide, zu einem späteren Zeitpunkt dann aber doch Glasfaser wolle, müsse selber zahlen. Das wären nach heutigem Stand wohl rund 800 Euro, so Langer.

In der Gemeinde Adelshofen wohnen zwar nur 925 Menschen. Es gibt aber schon noch ein paar mehr Haushalte als die 350 genannten. Es ist also klar, dass im Rahmen dieses Projekts nicht jedes Anwesen in den Genuss eines Glasfaser-Anschlusses kommt. In der Tat bleiben zwei komplette Ortschaften außen vor, nämlich Tauberscheckenbach und Neu-stett mit insgesamt 126 Anwesen.

Bundesprogramm soll helfen

Der Grund: Diese beiden Dörfer haben bisher zwar auch kein Glasfaserkabel bis ins Haus, aber aktuell ein schnelleres Internet als sämtliche anderen Gemeindeteile einschließlich des Hauptortes Adelshofen. Sie erfüllen deshalb nicht das Kriterium einer Unterversorgung, die mit dem aktuellen Förderprogramm des Landes behoben werden soll, weshalb die Kommune für den Fall Tauberscheckenbach und Neustett auf ein Förderprogramm des Bundes setzt, das diese Lücke schließen könnte, wenn alles klappt. Der entsprechende Förderantrag für diese beiden Orte solle bald erstellt werden, so Bürgermeister Schneider.

Die Bedingungen seien die gleichen – sprich: 90 Prozent Zuwendung und zehn Prozent Kommunalanteil. Nur werde es halt etwas länger dauern als für Adelshofen und die anderen Gemeindeteile, die im nun per Vertragsschluss besiegelten Vorhaben unterzubringen seien.

Vermutlich erst 2027 oder 2028 Gleichstand

Es könnte also realistischerweise schon bis 2027, vielleicht auch bis 2028 dauern, bis im gesamten Gemeindegebiet alle Haushalte einen gleichschnellen Glasfaseranschluss haben. Der Bürgermeister nimmt das aber sportlich. Immerhin sei das jetzt eine halbwegs kalkulierbare Perspektive, meinte er.

Zur Förderquote von 90 Prozent äußerte er sich auch. Die wirke einerseits natürlich großzügig. Andererseits wolle er aus Sicht einer Kleingemeinde schon betonen, dass die Telekommunikations-Infrastruktur „eigentlich keine kommunale Aufgabe“ sei, so der Bürgermeister. Da seien sechsstellige Ausgaben, wie sie Adelshofen jetzt zu tätigen habe, dann doch wieder relativ hoch.

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