Ein riesiger Müllberg schlummert unter der Umladestation des Zweckverbands zur Abfallbeseitigung in der Stadt Ansbach und im Landkreis Ansbach bei Aurach. Wobei schlummern nicht ganz das richtige Wort ist, denn die Hinterlassenschaften früherer Zeiten arbeiten unter einer dicken schwarzen Plastikfolie vor sich hin.
Nach oben steigen Gase auf, die ebenso aufgefangen werden wie das Sickerwasser, das im Norden der Deponie gesammelt und aufbereitet wird. Im Moment geschieht dies übergangsweise in einer ebenso leistungsfähigen wie teuren Übergangsanlage. Sie entlässt das Wasser so sauber, dass es direkt in den nicht weit entfernten Bach geleitet werden darf. Allerdings muss das entstehende Konzentrat gesondert entsorgt werden. Die Firma der vorigen Reinigungsanlage hatte den Geschäftsbereich aufgegeben.
Noch in diesem Jahr soll aber der Auftrag für eine dauerhafte und wirtschaftlichere Lösung ausgeschrieben werden, sagte Geschäftsleiter Danny Lang in der Zweckverbandsversammlung, die im Verwaltungsgebäude der Umladestation tagte.
Nach der Vorreinigung in der neuen Aktivkohleanlage wird das Sickerwasser künftig (nicht mehr ganz so sauber wie momentan) über eine neue Druckleitung in die Kläranlage der Gemeinde Aurach geführt. Die Leitung wird voraussichtlich in einigen Wochen fertig sein. Hinsichtlich der Aktivkohlereinigung läuft laut Lang noch die rechtliche Prüfung, die aber bald abgeschlossen sein soll. Weniger optimistisch ist der Geschäftsleiter, wenn es um die Umstellung der beiden beim Umladen eingesetzten Großgeräte auf Elektromobilität geht. Die bisherigen Erkundigungen ergaben, dass die Infrastruktur dafür nicht vorhanden ist.
Ein „Riesenaufwand“ mit hohen Investitionen wäre nötig, erklärt Danny Lang. Die N-ergie müsste die Trafostation „komplett umbauen“, damit genug Strom für den Bagger geliefert werden zum Beispiel könnte. Ein Fahrzeughersteller habe zudem keine Zusage geben können, dass der Akku seines E-Baggers einen kompletten Arbeitstag durchhält. Derzeit mache der Einsatz solcher Geräte nur in kleinen Wirkungsbereichen ohne große Umhebungen Sinn.
Künftig könnte das aber anders aussehen. So schlug Verbandsrat Gerhard Sauerhammer (CSU) vor, sich mit dem Betreiber einer benachbarten Freiflächen-Photovoltaikanlage in Verbindung zu setzen. Nach dem Auslaufen der gesetzlich garantierten Vergütung könnte es für diesen attraktiv sein, den Strom auf das Deponiegelände zu liefern statt ihn zu geringen Preisen ins allgemeine Netz einzuspeisen. Verbandsrätin Isabella Hirsch (Grüne) brachte den Einsatz von austauschbaren Akkus ins Spiel.
Der Verbandsvorsitzende Dr. Jürgen Ludwig (CSU) meinte, es sei wichtig, dass sich die Verwaltung mit diesem Thema beschäftige. Eventuell sei es aber noch zu früh für den Umstieg, zumal eine Wirtschaftlichkeitsberechnung fehle. „Vielleicht bei der übernächsten Beschaffung“, erklärte er.
In seinem Tätigkeitsbericht erwähnte Danny Lang außerdem den Umstieg bei der Schutzkleidung auf ein Leasing-Konzept. Viele weitere Veränderungen zum Beispiel bei der Digitalisierung und bei der Gefahrgutlagerung hat der Geschäftsleiter mittlerweile angestoßen und teilweise umgesetzt.