51. Herrieder Fotoausstellung: 40 Fotografinnen und Fotografen zeigen ihre Werke | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.12.2025 07:00

51. Herrieder Fotoausstellung: 40 Fotografinnen und Fotografen zeigen ihre Werke

„Wildlife” von Michael Walter, ein Beitrag der Film- und Fotofreunde Oettingen. (Repro: Martin Stumpf)
„Wildlife” von Michael Walter, ein Beitrag der Film- und Fotofreunde Oettingen. (Repro: Martin Stumpf)
„Wildlife” von Michael Walter, ein Beitrag der Film- und Fotofreunde Oettingen. (Repro: Martin Stumpf)

Kompensiert. Bei der 51. Herrieder Fotoausstellung stellen wieder 40 Fotografinnen und Fotografen aus, wie im Jubiläumsjahr 2024. 17 Gastvereine, das sind zwei weniger, und 23 Mitglieder, das sind zwei mehr als im Vorjahr. Von Ausstellung zu Ausstellung wurden immer wieder Qualitätskriterien verbessert – kumuliert, wenn man so will.

Dieses Wachstum hält seit Jahren an. Weil die Schau schon immer sehr gut war, kann der Zuwachs nicht mehr so groß sein, aber er ist da.

„Kultiviert“ ist wohl das Wort, dass die Ausstellung am besten beschreibt. Zum einen schon die Veranstaltung an sich, die eine feste Größe im Kalender der Amateure ist. Zum anderen natürlich die Darbietungen selbst. Saubere Präsentationen, meist klare Konzepte und durchwegs hohe Aufnahme- und Ausarbeitungsgüte. Was trennt nun die Guten von den Besten?

Seit Jahren Höchstleistungen

Kapiert haben es schon einige. Hermann Waltz etwa, der seit Jahren Höchstleistungen zeigt. Nur eine Aufnahme, die aber so groß und so piekfein ausgearbeitet, dass sie heraussticht. Dieses Jahr heißt sein Werk „Päonie“. Das ist zunächst einmal nur die Blüte einer Pfingstrose, in die er so pfeilgerade hinein fotografiert hat, dass die Blütenblätter förmlich um das Zentrum tanzen, es haltend umschließen und das Licht – entgegen der Erwartung – nach innen immer mehr wird.

Das zieht den Blick hinein und gleichzeitig schreckt es ab, weil sich innen ein Gewusel aus Staubblättern reckt und streckt, als blickte man in den Schlund eines Sandwurms aus dem Film „Dune – der Wüstenplanet“. Das hält den Betrachter in einer Schwebe aus Zu- und Abneigung gefangen. Einer der Magneten der Ausstellung.

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Koloriert – muss gar nicht immer sein. Wer auf Schwarzweiß setzt, und das ist ein Viertel, nimmt schon eine reduktionistische Grundhaltung ein, die der Qualität bekommt. Die Clubs aus Weißenburg und Roth setzen darauf. Während Roth mit „Wege und Pfade“ den grafischen Bereich bedient, gelingt Weißenburg eine selten gute Kreuzung aus Architektur- und Street-Fotografie. Wenn jetzt noch das begonnene Eine-Person-pro-Bild-Schema durchgehalten wird, ist man ganz oben mit dabei.

Konzentriert: Aufnahmen, die sich nur einem Aspekt und einem Stil widmen, heben sich ebenfalls ab. Susanne Deinhardt hat für „Magic Forest“ Bärlauchblüten hergenommen, diese aber so solitär in einem wabernden Meer von anderen Bärlauchblüten platziert, dass es einer Traumsequenz gleicht. Das ist Makrofotografie auf künstlerischem Niveau. Thorsten Christ macht ähnliches bei „Ein leichtes Pilzgericht“. Neben solchen Natur-Themen stehen Landschaft und Architektur ganz oben auf der Häufigkeitsskala; Tabeltop und Experiment ganz unten.

Kritisiert haben die Ausstellung die Berufsfotografen Alex Pusch und Alexandra Arold und durften über die Preisvergaben entscheiden.

Herrieder Jahreslauf kinematographiert

Hans Christ hat wieder den Herrieder Jahreslauf kinematographiert und zeigt während der Öffnungszeiten Kurzvideos, etwa vom Eisschwimmen, dem Altstadtfest und der BR-Radltour.

Auch in diesem Jahr ist es also eine geschmackvolle, qualitativ hochwertige, ruhige, sorgfältig präsentierte, anregende und stets Anlass für Gespräche bietende Schau, die auf den Betrachter wartet, der sie durch seinen Besuch dann zu ihrer endgültigen Bestimmung bringt, in dem er sie konsumiert.

„51. Herrieder Fotoausstellung“ und Kurzfilme im Stadtschloss Herrieden, Vogteiplatz 8, 26. Dezember bis 6. Januar, täglich 14 bis 17 Uhr, am letzten Tag bis 16 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, die Räume sind barrierefrei.


Von Martin Stumpf
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