500 Kerwakiechli für Egenhausen: Was hinter der Backaktion steckt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.08.2025 15:51

500 Kerwakiechli für Egenhausen: Was hinter der Backaktion steckt

In Heindels „Backstube“ wurden am Mittwoch leckere Kerwakiechli gebacken. Das übernahmen (von links): Lotte Heindel, Anna Bayer, Barbara Stadlinger und Brigitte Heindel.<br><br> (Foto: Helmut Meixner)
In Heindels „Backstube“ wurden am Mittwoch leckere Kerwakiechli gebacken. Das übernahmen (von links): Lotte Heindel, Anna Bayer, Barbara Stadlinger und Brigitte Heindel.

(Foto: Helmut Meixner)
In Heindels „Backstube“ wurden am Mittwoch leckere Kerwakiechli gebacken. Das übernahmen (von links): Lotte Heindel, Anna Bayer, Barbara Stadlinger und Brigitte Heindel.

(Foto: Helmut Meixner)

Im Obernzenner Ortsteil Egenhausen wird am Sonntag Kirchweih gefeiert. Die Glocken der Allerheiligenkirche werden dann allerdings schweigen. Denn der Turm des denkmalgeschützten Gotteshauses ist sanierungsbedürftig. Es wird befürchtet, dass das Schwingen der Glocken weitere, noch größere Schäden, verursachen könnte.

Rund 40.000 Euro schätzt man, dürften die Maßnahmen kosten, die den Turm wieder auf Vordermann bringen sollen. Geld, welches die evangelische Kirchengemeinde nicht hat. Eine finanzielle Förderung steht nicht in Aussicht.

Untätig ist man in Egenhausen nicht geblieben. „Wir müssen etwas unternehmen“, dachte sich auch Familie Heindel, wohlwissend, dass zu einer echten fränkischen Kirchweih Kerwakiechli gehören. Die Idee der Heindels: „Wir backen Kiechli für das ganze Dorf; die Leute entrichten dafür eine Spende und der erzielte Erlös der Aktion wird bis auf den letzten Cent für die Sanierung des Kirchturms gespendet.“

Rund 500 Bestellungen gingen ein

Bei den Egenhäusern stieß das Angebot auf offene Ohren: Rund 500 Kiechli wurden im Vorfeld bestellt. Eine Herausforderung auch für die in Sachen Kiechli-Backen erfahrene Lotte Heindel. Doch wo ein Wille ist, gibt es immer einen Weg. Eier und Mehl, samt und sonders aus der Region, wurden besorgt und am Mittwoch ging es ab dem frühen Morgen im Keller des Heindelschen Anwesens rund.

Mehr als ein Dutzend Portionen Teig, „Geheimrezept Lotte Heindel“, wurden geknetet, portioniert, zum Gehen gebracht und ins siedende Fett getaucht. Waren die Küchle abgekühlt, wurden sie postwendend in die mit Namen versehenen Bestelltüten gepackt.

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Lieferservice wurde ebenfalls angeboten

„Kosten tun sie nix, aber alles, was ihr spendet, kommt zu einhundert Prozent unserem Kirchturm zu Gute“, hieß es beim Abholen der frischen, mit Puderzucker bestreuten „Knie-Kiechli“. Für alle, die es zeitlich nicht möglich machen konnten, persönlich vorbeizukommen, hatte man zudem einen Lieferservice frei Haus eingerichtet.

Feierabend kehrte, nachdem die Kiechli fürs Dorf fertig waren, allerdings nicht ein: Schließlich werden die Leckereien auch am Wochenende bei den Fußballspielen des heimischen SSV zum Kaffee serviert.


Von Helmut Meixner
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