40 Jahre Landärztin aus Leidenschaft: Ippesheim feiert neue Ehrenbürgerin | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.09.2024 07:00

40 Jahre Landärztin aus Leidenschaft: Ippesheim feiert neue Ehrenbürgerin

Dr. Claudia Schubert (Mitte) ist nun Ehrenbürgerin der Marktgemeinde Ippesheim. Bürgermeister Karl Schmidt und seine Kollegin aus der Nachbargemeinde Seinsheim, Ruth Albrecht, gratulierten. (Foto: Gerhard Krämer)
Dr. Claudia Schubert (Mitte) ist nun Ehrenbürgerin der Marktgemeinde Ippesheim. Bürgermeister Karl Schmidt und seine Kollegin aus der Nachbargemeinde Seinsheim, Ruth Albrecht, gratulierten. (Foto: Gerhard Krämer)
Dr. Claudia Schubert (Mitte) ist nun Ehrenbürgerin der Marktgemeinde Ippesheim. Bürgermeister Karl Schmidt und seine Kollegin aus der Nachbargemeinde Seinsheim, Ruth Albrecht, gratulierten. (Foto: Gerhard Krämer)

Die lange Jahre im Ortsteil Bullenheim praktizierende Ärztin Dr. Claudia Schubert darf sich nun Ehrenbürgerin der Marktgemeinde Ippesheim nennen. Sie trug sich auch in das Goldene Buch ein.

Im Beisein vieler Bürgerinnen und Bürger überreichte Bürgermeister Karl Schmidt der sehr beliebten Ärztin die entsprechende Urkunde vor ihrer früheren Praxis in Bullenheim, über der sie nach wie vor im ersten Stock wohnt. Der Posaunenchor gestaltete die Feier musikalisch.

Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht würdigte in ihrem Grußwort die „grenzübergreifende Arbeit“ der Ärztin. Schubert hatte bekanntlich auch zahlreiche Patienten und Patientinnen aus dem benachbarten Seinsheim und darüber hinaus dem angrenzenden Unterfranken.

Die Nachfolge für die Praxis ist gesichert

Es sei typisch für Schuberts Einstellung und ihr Engagement, dass sie auch ihre Nachfolge geregelt habe. Ärzte einer Kitzinger Praxis hätten ihre übernommen und versorgten die Patienten weiterhin.

Die Praxis und die Wohnung von Schubert sind im größten Haus von Bullenheim untergebracht. Ursprünglich sei es als Schulhaus gebaut worden, erinnerte Bürgermeister Schmidt. Doch mittlerweile sei es nur noch als Arztpraxis bekannt. „Es war ein Glücksfall für uns, dass Dr. Schubert kam“, meinte Schmidt mit Blick auf die Geschichte des Hauses, das nach der Gebietsreform vermietet worden sei, aber dann auch einige Zeit leer gestanden habe. „Ein Glücksfall für beide Seiten“, ergänzte Schubert.

Bullenheim war Liebe auf den ersten Blick

Für sie sei es „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, verriet die Ärztin, die kürzlich ihren 76. Geburtstag gefeiert hatte. Für sie sei Bullenheim zu ihrer Heimat geworden, nachdem sie als Kind 17-mal umziehen musste. So hatte sie als junge Ärztin eine Heimat gesucht. Sie wollte bewusst aufs Land. Als sie von Gnötzheim auf Bullenheim zugefahren sei und den Ort mit seinem Kirchlein erblickte, habe sie gespürt, angekommen zu sein.

Dankbar blicke sie heute auf die Anfangszeit zurück, in der ihr von den Bullenheimern stets geholfen worden sei – sie habe immer Unterstützung in allen Lebenslagen erfahren. Das alte Schulhaus sei damals sehr heruntergekommen gewesen, doch die Bullenheimer hätten mit der Ankunft „ihrer“ Frau Doktor sehr viel Interesse entwickelt, das Gebäude wieder in Schuss zu bringen. So habe sie auch dabei Hilfe erfahren. „Ihr könnt stolz auf euren Zusammenhalt sein“, sagte Schubert.

40 Jahre im alten Schulhaus praktiziert

Bullenheim sei somit für sie, für ihre Tochter und ihre beiden Söhne, alle mittlerweile im Arztberuf, zur Heimat geworden. 40 Jahre wirkte sie als Ärztin, doch in diesem Jahr musste sie gesundheitsbedingt loslassen. Auslöser sei die zweite Covid-Impfung bei ihr gewesen, erzählte sie. Als Ärztin werde sie nun nicht mehr helfen können, denn sie habe ihre Zulassung zurückgegeben, damit ein weiterer Arzt aus Kitzingen hier arbeiten könne. Aber für einen Ratschlag sei sie immer zu haben.

Schubert sei Tag und Nacht erreichbar gewesen, dankte Bürgermeister Karl Schmidt der neuen Ehrenbürgerin. Am 1. April 1984 habe sie die Landarztpraxis eröffnet – über 40 Jahre sei das jetzt her. Aus der Praxis sei eine der größten Einzelarztpraxen Bayerns geworden – mit 5000 Patienten und etwa 2100 Besuchern im Quartal. Urlaub habe es für Schubert nie gegeben. „Ihr Einsatz für die Gesundheitsversorgung in der Region ging weit über das zu Erwartende hinaus“, so Schmidt in seiner Laudatio.


Von Gerhard Krämer
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