Der Großbrand in der Herbartstraße in der Silvesternacht bewegt die Menschen in Ansbach und Umgebung. 37 Menschen sind nun erstmal ohne Zuhause. Inzwischen liegen erste Informationen zur Ursache vor.
Ausgelöst wurde das Feuer nach ersten Erkenntnissen der Ansbacher Kriminalpolizei auf einem Balkon im ersten Obergeschoss, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Über die hölzerne Fassade fraß sich das Feuer in die oberen Stockwerke. Dort zerbarsten durch die Hitze die Scheiben von Fenstern und Balkontüren. So konnten sich die Flammen im Inneren des Gebäudes breitmachen.
Was letztlich das Feuer auf dem Balkon ausgelöst hat, bleibe ungewiss, sagte der Polizeisprecher. In der Silvesternacht sei Pyrotechnik natürlich grundsätzlich naheliegend, es gebe aber bislang keine Hinweise, die dies belegen würden. Ebenso gebe es keinen Ansatz, der auf ein „vorsätzliches Handeln” schließen lasse.
Die Kriminalpolizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus, ohne diesen genauer zu beziffern. Als der Komplex mit den beiden Gebäuden 2013 eröffnet wurde, war die Rede von Gesamtkosten in Höhe von 6,7 Millionen Euro. Der westliche Bau ist unbeschädigt.
Indes versucht die Stadt Ansbach, den 37 Bewohnerinnen und Bewohnern der insgesamt 22 Wohnungen im östlichen Trakt der Wohnanlage zu helfen, wo es geht. „Zwei Wohnungen konnten wir bislang vermitteln”, sagte Oberbürgermeister Thomas Deffner am Freitag. Betroffene, die Hilfe benötigen, können sich an die Betreuungsstelle im Sozialamt in der Nürnberger Straße wenden.
Es seien bereits Angebote für Wohnungen eingegangen, bedankte sich der OB. Dennoch sei es hilfreich, wenn sich noch weitere Menschen meldeten, die eine Wohnung kurzfristig zur Verfügung stellen könnten, bevorzugt möbliert. Entsprechende Angebote kann man per E-Mail an sozialamt@ansbach.de übermitteln.
Es gibt noch keine Erkenntnisse, ob der südliche Teil des Gebäudes, der einen eigenen Eingang hat und kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder nutzbar sein wird. Eigentümer des gesamten Komplexes ist die Joseph-Stiftung mit Sitz in Bamberg, der in Ansbach mehrere Immobilien gehören. Die Stadt will sie in die weitere Planung einbeziehen.
Sachspenden werden aktuell noch nicht benötigt. „Das zeigt sich erst, wenn wir wissen, ob wir Wohnungen mit Möbeln ausstatten müssen”, erklärte der OB. Fürs Erste können aber alle, die helfen wollen, Geld an den Fonds „Bürger in Not” spenden. Über diesen kann die Stadt unbürokratisch unterstützen.
OB Deffner ist es wichtig, die Leistung aller herauszuheben, die in der Silvesternacht im Einsatz waren. „Da wird es noch einen speziellen Dank geben”, kündigte er an.
Das Spendenkonto für den Fonds „Bürger in Not” der Stadt Ansbach hat die IBAN DE65 7655 0000 0000 2035 05.