200.000 Kilometer hat Fritz Edelmann aus Altentrüdingen auf dem Tacho | FLZ.de

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200.000 Kilometer hat Fritz Edelmann aus Altentrüdingen auf dem Tacho

Fritz Edelmann ist nicht nur ein ambitionierter und talentierter Läufer, sondern auch ein großer Tierliebhaber. Zu seinen Eseln hat er eine besondere Beziehung aufgebaut. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Fritz Edelmann ist nicht nur ein ambitionierter und talentierter Läufer, sondern auch ein großer Tierliebhaber. Zu seinen Eseln hat er eine besondere Beziehung aufgebaut. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Fritz Edelmann ist nicht nur ein ambitionierter und talentierter Läufer, sondern auch ein großer Tierliebhaber. Zu seinen Eseln hat er eine besondere Beziehung aufgebaut. (Foto: Friedrich Zinnecker)

200.000 Kilometer hat er bereits „auf dem Tacho“, erzählt der Läufer Fritz Edelmann, wenn er über die mehr als 1000 Wettkämpfe spricht, die er für den TSV Dinkelsbühl bestritten hat. In Endingen im Schwarzwald wurde Edelmann sogar süddeutscher Vizemeister, als er die 100-Kilometer-Strecke in acht Stunden und 24 Minuten absolvierte.

Fritz Edelmann besuchte im Wassertrüdinger Stadtteil Altentrüdingen die Volksschule zu Zeiten, als alle acht Klassen in einem Raum beieinander waren. Irgendwann verpasste ihm der Lehrer den Spitznamen „Boxer“, der ihm bis heute geblieben ist.

Als Boxer für den B-Kader für Olympia 1972 berufen

Diesem Namen machte der heute 75-Jährige damals alle Ehre, da er als bayerischer Vizemeister in den B-Kader für Olympia 1972 in München berufen wurde. Er wurde zu einem Sichtungslehrgang eingeladen und boxte im Leicht- beziehungsweise Halbweltergewicht. Man wollte den talentierten Mittelfranke bei den Meisterschaften aber im Federgewicht einsetzen und so musste der junge Bursche abnehmen. An ein gezieltes Training war durch die Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof nicht zu denken, sagt er. Im Nachhinein sei er „viel zu jung, grün und unerfahren“ gewesen, sodass Olympia ohne ihn über die Bühne ging.

Er trainierte zwar noch Boxen in Gunzenhausen, aber außer einem Schaukampf in Irsingen, welchen er 1999 als 50-Jähriger gegen den für den BC Gunzenhausen startenden Türken Veli Dumanli mit einem Unentschieden beendete, habe er den Ring nicht mehr betreten.

Als Stürmer auf dem Fußballplatz

Als junger Erwachsener versuchte sich Edelmann auch als Fußballer. Beim Konditionstraining mit Stollenschuhen auf der Teerstraße klagten die Mitspieler längst über schwere Beine, während Edelmann lachend 15 Kilometer dranhängte und nach Gunzenhausen lief. Beim TSV Unterschwaningen spielte er einige Jahre als Stürmer. Die große Karriere konnte er aber nur beim Laufen starten. „Pfingsten 1968 war mein erster Volkslauf in Mönchsdeggingen“, erinnert sich der „fränkische Zatopek“, wie er in Anlehnung an sein einziges Idol, den tschechischen Ausnahmeläufer Emil Zatopek, auch tituliert wurde.

In all den Jahren hatte das „Laufwunder“ immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, die ihn aber von seiner Leidenschaft nicht abhielten. Vor 15 Jahren erhielt er eine neue Hüfte, ein halbes Jahr später lief er bereits den nächsten Marathon. In München wurde er in der Altersklasse M 70 Deutscher Meister. „Aber die Hälfte meiner Wettkämpfe habe ich mit Schmerzen und Bandagen bestritten“, so Edelmann rückblickend.

Jedoch schaut der 75-Jährige lieber nur nach vorne. „Das Leben ist wie ein Marathonlauf, man muss immer ans Ziel denken“, schildert der Läufer mit Optimismus und Gottvertrauen, der seit Jahresbeginn in der Klasse M 75 startet.

Tierliebhaber und Hobby-Buchautor

Der 75-Jährige fährt auch gerne Rad. Ein Ironman kommt für ihn dennoch nicht in Frage. Zu dem Langdistanz-Triathlon gehört auch Schwimmen. Und das liege ihm nicht so sehr, meint Edelmann.

Eine besondere Beziehung hat der Tierliebhaber zu seinen beiden Eseln Emil und Strudel. Wie sein Besitzer ist auch Emil nicht zu bremsen. Das 14-jährige Langohr war Anfang August beim 41. Eselrennen in Hersbruck siegreich. In vier Runden mit jeweils wechselnden Begleitern zog der Vierbeiner an der Konkurrenz vorbei. Edelmann selbst musste passen, da bei ihm ein „neues Knie fällig“ sei und ihn überdies eine Oberschenkelzerrung am Start hinderte.

Sein 2016 erschienenes Buch „Grad schee wors“ könnte er mittlerweile um mindestens 30 bis 40 Seiten ergänzen, sagt der Hobby-Autor. Einmal wollte er bei einem Marathon nach zehn Kilometern aufgeben, lief schon zurück, überlegte es sich aber anders, machte erneut kehrt und schaffte es ins Ziel.

Notfalls auf Krücken

Das nächste Rennen hat Edelmann bereits vor Augen: Im Oktober will er zum 38. Mal beim München-Marathon antreten, sofern es die Gesundheit zulässt – notfalls aber sogar auf Krücken. „Beim Startschuss vergesse ich die Schmerzen.“


Von Friedrich Zinnecker
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