Ohne den Festungserlass von 1826 wäre die Dinkelsbühler Stadtmauer womöglich nicht mehr im heutigen Umfang erhalten. Vor 200 Jahren stoppte der bayerische König Ludwig I. per Gesetz den Abbruch von Wehranlagen. Das besondere Ereignis bestimmt 2026 das Jahresprogramm des Hauses der Geschichte. Auftakt ist am Samstag, 21. Februar.
Den Start in das Themenjahr „200 Jahre Festungserlass“ übernimmt Alexander Thamm. Der geschichtskundige Dinkelsbühler zeigt in einem Vortrag die Entwicklung der Dinkelsbühler Wehranlage von den ersten bekannten Anfängen bis 1826 auf. Denn die Stadtbefestigung sei nicht aus einem Guss, wie Museumsleiterin Ute Heiß mitteilte. „Sie erfuhr über die Jahrhunderte zahlreiche Umbauten, Erweiterungen, dann aber auch Rückbauten.“ Trotzdem sei ihr ursprünglicher Charakter heute noch erhalten und spürbar. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Medienraum des Hauses der Geschichte. Der Eintritt ist frei.
Eingebettet ist die Veranstaltung in den Weltgästeführertag, der offiziell am 21. Februar stattfindet und zu dem die Kultureinrichtung besondere Aktionen plant. So erwartet die Besucherinnen und Besucher am Sonntag, 22. Februar, ein lebendiges Museum. An diesem Tag sind ab 13 Uhr historisch gewandete Personen im Haus der Geschichte unterwegs, um mit den Gästen in Kontakt zu treten und dabei gleichsam ein lebendiges Türchen in die Geschichte zu öffnen.
Verkörpert werden die Figuren aus der Vergangenheit von Mitgliedern des Vereins „Dinkelsbühler Reichsstädter – Freunde historischer Spiele“, die im Rothenburger Torturm eine Spielstube eingerichtet haben und die in der Altstadt angebotene Schauspielführungen betreuen. Im Haus der Geschichte können Interessierte so auch einmal mit einem Bader, Henker, Rat oder Wehrbürger sprechen. Und wer will, kann an einem Spieletisch Platz nehmen.
Zu den Darstellenden gehört Frank Schwarz. Er spielt den Bader Christoph, eine Person, die auf schriftliche Überlieferungen aus der Stadtgeschichte zurückgeht. Der genaue Lebenslauf des Baders sei freilich nicht bekannt, so Frank Schwarz. Aber doch zumindest kleine Bruchstücke davon.
Am Sonntag, 22. Februar, werden außerdem folgende kostenfreie Führungen angeboten: Um 10.30 Uhr heißt es „Wenn Mauern sprechen könnten - die Wehranlage im Wandel der Zeit”. Treffpunkt zum Abmarsch ist um 10.30 Uhr an der Tourist Information. Um 11 Uhr beginnt dann am selben Treffpunkt eine Führung durch die Altstadt. Um 14.30 Uhr geht es dann um die Heimatkrippe im Münster St. Georg, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen hat. Interessierte treffen sich um 14.30 Uhr am Hauptportal der Kirche.
In der kommenden Zeit sind noch weitere Veranstaltungen geplant: So gibt es eine Reihe an kostenpflichtigen Führungen zur Wehranlage, und zwar an den Sonntagen, 15. März, 26. April, 13. September und 15. November. Treffpunkt ist jeweils um 15 Uhr an der Tourist Information. An den Samstagen, 21. März und 10. Oktober, liest Thomas Neeser, der Urenkel des einstigen Stadtbaumeisters Max Neeser, aus der Baugeschichte der Stadt Dinkelsbühl. Beginn ist jeweils um 18 Uhr im Haus der Geschichte. Der Eintritt ist frei.
Kostenfreie Vorträge gibt es im Haus der Geschichte über verschwundene Gebäude in der Altstadt (Dienstag, 12. Mai, 19 Uhr), zu 200 Jahre Festungsedikt (Dienstag, 20. Oktober, 19 Uhr) und über das Wehrwesen in der Stadt (Dienstage, 24. März und 10. November, 19 Uhr).