1111 Jahre Münchsteinach: Straßen wurden zum Festort | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.07.2023 14:09

1111 Jahre Münchsteinach: Straßen wurden zum Festort

Die Band „Galgenfeder“ trat während den Feierlichkeiten in Münchsteinach mit Gesang vor der Bierbrauen-Ausstellung auf. (Foto: Mark Oliva)
Die Band „Galgenfeder“ trat während den Feierlichkeiten in Münchsteinach mit Gesang vor der Bierbrauen-Ausstellung auf. (Foto: Mark Oliva)
Die Band „Galgenfeder“ trat während den Feierlichkeiten in Münchsteinach mit Gesang vor der Bierbrauen-Ausstellung auf. (Foto: Mark Oliva)

Mit Magie, Theater, Musik, Mundart und einer Autorenvorstellung hat die Gemeinde Münchsteinach ihre offizielle 1111-Jahresfeier gestaltet. Doch auch Makrelen, Bratwürste und viel Bier durften nicht fehlen.

Münchsteinach feierte seinen 1111-jährigen Geburtstag der „Schnapszahl“ angemessen, und bot ein ebenso buntes wie festliches Programm. Münchsteinachs Kulturbeauftragter Dr. Erich Zimmermann eröffnete die Feierlichkeiten mit der Vorstellung seines neuen Buches „Die Äbte des Klosters Steinach – 500 Jahre Abstsschlösschen“. Bereits seit 1980 wohnt der Dorfhistoriker mit seiner Familie in diesem historischen Klostergebäude.

Doch neben Zimmermann waren auch zwei Sondergäste anwesend: Der ehemalige Dorfbewohner Horst Willner, der 1938 als Sohn einer Mieterfamilie im Schlösschen geboren wurde, sowie die Münchsteinacher Traudl Meller. Ihre Familie war 1945 aus der alten Heimat im Osten vertrieben worden und wohnte zeitweise im Schlösschen.

Vortrag in der Kulturscheune

Mehr als 200 Zuhörer füllten bei Zimmermanns Präsentation die Kulturscheune. Die Geschichte des alten Gebäudes fasste er knapp zusammen: So habe das Schlösschen von etwa 1520 bis zum Bauernkrieg als Sitz des Bauherrn, dem Benediktinerabt Christoph von Hirschaid, gedient. Im Mai 1525 griffen Hirschaids Untertanen, aufrührerische Bauern aus Gutenstetten, das Anwesen an und nahmen den hochgestellten Bewohner fest. Sie schleppten ihn als Gefangenen nach Markt Erlbach, doch er kam später wieder frei.

Die aktuellen Bewohner des Schlosses, Dr. Zimmermann und seine Frau Ellen, müssen ein solches Schicksal wohl nicht befürchten. Sie hatten das Gebäude 1979 von der Gemeinde Münchsteinach erworben und waren ein Jahr später in ihre einst klösterliche Behausung eingezogen. Mit Hilfe eines Videoprojektors zeigte Zimmermann zahlreiche Bilder seines Wohnsitzes vor und nach der Restaurierung.

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Zusätzlich erzählte der ehemalige Bewohner Horst Willner, nun wohnhaft im oberbayerischen Landsberg am Lech, von seiner dort verbrachten Kindheit. Wiederholt brachte er die Zuhörer mit Spitzbubengeschichten aus der Zeiten im „Schlössla“ zum Lachen.

Programm in Münchsteinachs Gewölbekellern

Die Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstages der Gemeinde Münchsteinach waren damit jedoch noch längst nicht abgeschlossen. Am Samstagnachmittag sperrte die Gemeinde die Steigerwald- und Neustädter Straße von der Achtelbachbrücke zur Neuebersbacher Straße. Den üblichen Autoverkehr ersetzten nun eine lange Reihe von Bierzeltgarnituren, Getränkeausschank, Makrelenstand und Bratwurst- und Steak-Verkauf. Bernd Huffman und seine Böllerschützen aus Münchsteinach/Rauschenberg eröffneten das Samstagsprogramm mit vier Salven.

Die Hauptattraktionen des Tages waren die vier Programme in den Gewölbekellern unter alten Dorfhäusern. Man hatte die Wahl zwischen Zauberkünstler Mosche Karlo, Volkstheater mit der dörflichen Theatergruppe, lokale Rockmusik mit der „Aaschgrund Bänd“ oder einer Mundartlesung mit Harald Weigand.

Aber nicht nur die Gewölbekeller zogen zahlreiche Besucher an. Stark frequentiert war auch der Hof von Maschinist und Hobby-Bierbrauer Bernhard Wegener. Er führte vor, wie er sein mittelfränkisches Rauchbier mit selbst gepflückten Hopfendolden aus Münchsteinach braut, und erklärte gleichzeitig, wie dies zu Hause selbst versucht werden kann. Seine Vorführung begleitete musikalisch das Mittelaltertrio „Galgenfeder“.

Festlichkeiten zur 1111-Jahr-Feier gehen weiter

Zusätzlich gab es am Abend eine Bar mit Disco im Freien vor der ehemaligen Sparkasse und zum Abschluss des Tages eine Show der Feuerspieler Franken.

Auch damit übrigens sind die Festlichkeiten noch nicht beendet. Weiter geht es am Samstag, 22. Juli, mit Musik von den Rossinis ab 19 Uhr. Am Sonntag, 23. Juli, steht ein Chor- und Musikprogramm ab 10.15 Uhr im Klosterhof und in der Neustädter Straße an. Das Finale der Münchsteinacher Feier läuft dann am „11.11.“, zum Faschingsanfang. Dabei tritt Kabarettist Bernd Händel ab 19.30 Uhr in der Kulturscheune auf.


Von Mark Oliva
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