Seit vergangenem Jahr wird die historische Stadtmauer rund um die Dinkelsbühler Altstadt saniert. Die Gesamtkosten werden auf acht bis zehn Millionen Euro geschätzt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Instandsetzung des alten Baudenkmals nun mit 100.000 Euro.
Bereits beim ersten Bauabschnitt an der Zwingermauer am Segringer Tor hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierung der Wehranlage mit 50.000 Euro bezuschusst und schon damals angekündigt, dass weitere Gelder fließen werden. Bei einem Ortstermin hat nun Manfred Kiesel, Ortskurator Dinkelsbühl der DSD, den symbolischen Förderscheck für den zweiten Sanierungsbereich an Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer übergeben.
Der zweite Bauabschnitt ist zirka 120 Meter lang und umfasst den Oberen Mauerweg zwischen den Hausnummern 10 und 14 am Wächterturm. Ähnlich wie bereits beim ersten Sanierungsbereich werden unter anderem der Bewuchs beseitigt und die Fugen verfüllt, erklärte der Oberbürgermeister. Das Bauwerk wird außerdem mit einem Zwischenbau statisch gesichert. Nicht zuletzt wird die Abdeckung der Mauerkrone im Mönch-und-Nonne-Verbund hergestellt. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen und sollen zirka in einem Jahr abgeschlossen sein.
Knapp 2,4 Millionen Euro werde die Instandsetzung dieses Teilbereiches der insgesamt 2,5 Kilometer langen Stadtmauer kosten, erläuterte OB Hammer. „Die Kosten der beiden ersten Bauabschnitte entsprechen fast 50 Prozent der Gesamtmaßnahme, also der Sanierung der kompletten Stadtmauer. Hier waren und sind einfach die größten Beschädigungen“, erklärte der Rathauschef weiter.
Aus dem Entschädigungsfond des Freistaats Bayern erhält die Stadt rund 1,7 Millionen Euro Zuschuss. Neben den 100.000 Euro von der DSD, verbleiben somit rund 500.000 Euro an Eigenmittel.
Ebenfalls beim Ortstermin dabei war Friedrich Müller, Vertreter von Lotto Bayern. Denn die sechsstellige Fördersumme der DSD setzt sich nicht nur aus den zahlreichen Spenden, sondern auch aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale zusammen.
Wie Manfred Kiesel mitteilte, sei die DSD bereits seit 19 Jahren in Dinkelsbühl aktiv und habe dort schon fünf Großprojekte sowie viele kleinere Maßnahmen unterstützt, darunter beispielsweise das Heilig-Geist-Spital, das alte Rathaus oder die Jugendherberge. Und auch für die weiteren Bauabschnitte der Stadtmauersanierung rechnet er mit Zuschüssen.
Die Dinkelsbühler Stadtmauer gehört zu den über 590 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte, hieß es.
Seit dem Mittelalter ist die Dinkelsbühler Altstadt vollständig von ihrer massiven Stadtmauer mit 20 Türmen und vier Stadttoren umringt. Doch Wind und Wetter haben an dem alten Baudenkmal ihre Spuren hinterlassen. Der Mauerring weist insbesondere Schäden durch eindringende Feuchtigkeit, Pflanzenbewuchs und die fortschreitende statische Überlastung durch Erddruck auf, weshalb eine Gesamtinstandsetzung unumgänglich war.